Lernzeiten - was und wie wird gelernt?

Binnendifferenziertes Lernmaterial

  • Die Einführung von Lernzeiten geht mit der Bereitschaft aller Kolleg*innen zur Unterrichtsentwicklung einher (Mut zum didaktischen (Um-)Denken & Verantwortungsübernahme).
  • Die Materialien für die Lernzeiten werden parallel zu den Unterrichtseinheiten der Fächer konzipiert und von den Schüler* innen bearbeitet. Die gesamte Fachkonferenz (D, M, E) erstellen die Materialien zum selbstständigen Lernen. Dabei treffen sie die Entscheidung, welche Inhalte der jeweiligen Unterrichtsreihen in den Fachunterricht einfließen sollen und welche zum Selbstlernen geeignet sind.
  • Die Materialien werden binnendifferenziert auf drei Ebenen zur Verfügung gestellt (s. Abbildung unten):

Basis (z.B. Feder, ⭐): Diese Aufgaben verfügen über das geringste Anforderungsniveau und enthalten die meisten Hilfestellungen.

Fördernde Zusatzaufgaben (z.B. Gewicht, ⭐⭐): Diese Aufgaben werden von Schülerinnen und Schüler bearbeitet, die ein höheres Anspruchsniveau / Abstraktionsniveau / Selbstständigkeit / … brauchen. Diese Aufgaben können, müssen aber nicht von Schülerinnen und Schülern bearbeitet werden, die an anderen Fördermaßnahmen teilnehmen (LRS, Sprach-Förderung, Begabungsförderung, sonderpädagogische Unterstützung, … s.o.)

Stärkenförderung (z.B. Diamant, ⭐⭐⭐): Material mit noch höherem Anspruchsniveau / Abstraktionsniveau / Selbstständigkeit / …

  • Lernzeiten sollen keine reinen „Schreibzeiten“ sein. Somit berücksichtigen die Materialien unterschiedliche Sozialformen und Lernprodukte
  • als Schule mit dem Schulprofil des „Lernen mit neuen Medien“ wird ein spezifisches Augenmerk auf medienbasiertes Lernen (Online-Angebote, Lernprogramme, Anwendungen der Kenntnisse von IfG (Word, Excel, PP, Recherchieren, …) gelegt.
  • Die Materialien werden digital vom FaKo-Vorsitzenden gesammelt. Die DL archiviert die Materialien des gesamten Jahres der beteiligten Fächer und gibt diese an den nachfolgenden Jahrgang weiter. Dieser Jahrgang kann diese somit übernehmen, bzw. modifiziert bei Bedarf.
  • Zeiten für die gemeinsame Erstellung der Materialien werden organisiert (z.B. Arbeitszeit an Konferenzdienstagen, KiF-Tage).

 Startstunde (erste Lernzeitstunde in der Woche)

  • Besetzung durch einen Klassenlehrer oder Klassenlehrerin
  • hier findet die Planung der Wochenziele statt. Sollte ein Klassenziel festgelegt werden, soll dies dabei im Klassenraum ausgehängt/notiert werden. Die individuellen Lernziele werden im Schulplaner vermerkt.
  • weiterhin findet auch hier die Planung der einzelnen Lernzeiten der Woche mit Hilfe des Schulplaners statt. Anschließend beginnen die Schüler*innen mit dem Lernen/Arbeiten
  • der Klassenlehrer kann diese Zielsetzung wenn nötig bei einzelnen Schüler*innen unterstützen
  • wenn verabredet, wird hier außerdem die Unterschrift der Eltern der vorhergehenden Woche kontrolliert
  • in Jahrgängen, in denen kein OL mehr stattfindet, soll/kann hier auch der Klassenrat und KL-Themen Beachtung finden

Lernzeiten

  • die Schüler*innen arbeiten mit den bereitgestellten binnendifferenzierten Materialien, die die jeweilige Unterrichtsreihe in Deutsch, Mathe, Englisch begleiten
  • die Rolle des Lehrers und der Lehrerin verlagert sich hin zu einem Lernberater und -coach

Struktur der Lernzeit: ritualisiertes Lernen

  • Schüler*innen, die an einzelnen Fördermaßnahmen teilnehmen (LRS, Sprach-Förderung, Begabungsförderung, sonderpädagogische Unterstützung, … s.o.) verlassen zu diesen Stunden den Klassenraum und arbeiten an ihren spezifischen aufgaben
  • sollten die Schüler*innen das selbstgesteuerte Lernen aus der Grundschule noch nicht kennen, müssen sie es zu Beginn des Schuljahres erst erlernen. Erst wenn die Abläufe und die Arbeitsweise trainiert sind, kann das Team beschließen, die Türen zu öffnen. Ziel soll es sein, dass sich Schülerinnen in der Austauschphase ihre Ansprechpartner selber suchen (Bsp.: Ein Schüler bearbeitet Aufgaben in Mathe, die LZ ist aber durch einen Englisch-Lehrer besetzt. Der Schüler soll nun die Gelegenheit haben, zu einem Mathe-Lehrer des Jahrgangs gehen zu können, bei dem er sich die notwenige Hilfe und Unterstützung holen kann.)
  • auch Helfersystem Schüler-Schüler werden integriert („Ich kann helfen bei …“ / „Ich brauche Hilfe bei …“)

 Schlussstunde (letzte Lernzeitstunde in der Woche)

  • Besetzung durch einen Klassenlehrer oder Klassenlehrerin
  • hier findet die Reflexion der individuellen Ziele und ggf. des Klassenziels statt. Die Lehrer*innen zeichnen der Schulplaner ab und haben bei Bedarf die Möglichkeit Eintragungen vorzunehmen
  • der Schulplaner wird eingepackt und zu Hause, wenn verabredet, von den Eltern unterschrieben
  • in Jahrgängen, in denen kein OL mehr stattfindet, soll/kann hier auch der Klassenrat und KL-Themen Beachtung finden

Schulplaner

    • Auf der Basis unseres alten Hausaufgaben- und Mitteilungsheftes und unter Zuhilfenahme von Logbüchern anderer Schulen ist ein Schulplaner entworfen worden. Damit dient der Schulplaner zum einen der Dokumentation der Arbeit in den Lernzeiten. Zum anderen ist er Kommunikationsmedium mit dem Elternhaus (Entschuldigungen, Abzeichnen der Ziele, …). Modifikationen werden nach den Erfahrungen eingearbeitet.