Teamschule

Säulen der Werner-von-Siemens-Gesamtschule Könisgborn 

 

“Zusammenkommen ist ein Anfang. Zusammenhalten ist Fortschritt. Zusammenarbeiten ist Erfolg.”

(Henry Ford)

 

Dieses Zitat verdeutlicht nicht nur ein Ziel, das wir in der täglichen Arbeit mit unseren Schülern*, Klassen und Jahrgängen verfolgen. Wie so häufig in der Bildungs- und Erziehungsarbeit, kann man hochgesteckte Ziele nur erreichen, wenn man selbst so agierent und es vorlebt.

Im Besonderen zeigt sich Teamstruktur im Schulleben in den folgenden Eckpunkten:

  • Jeweils zwei Klassenlehrerinnen und –lehrer sind für eine Klasse verantwortlich. Sie bilden das sogenannte Klassenlehrer-Tandem. Dieses Tandem ermöglicht eine intensive, zielführende Zusammenarbeit und schafft darüber hinaus eine große Arbeitserleichterung bei den täglichen Klassengeschäften (Verwaltungsarbeiten, pädagogische Maßnahmen, Klassenfahrten, Projekt- und Elternarbeit).
  • Diese beiden Kollegen decken den größten Teil des Unterrichts ihrer Klasse ab. Diese Vorgabe erfordert jedoch gegebenenfalls die Bereitschaft, fachfremden Unterricht zu erteilen.

(Ein Beispiel: Die Klassenlehrerschaft einer 5. Klasse übernehmen zwei Kolleginnen. Die eine mit Mathe und Technik, die andere mit Englisch. Fachfremd unterrichten beide noch NW, GL, Kunst, IfG, OL und Förder-Deutsch. Damit haben sie gemeinsam 22 Stunden in ihrer Klasse. Die anderen Unterrichtsstunden (Deutsch, Sport, Religion, Hauswirtschaft) werden von 3-4 Kolleginnen und Kollegen übernommen.)

  • Die Klassenlehrer eines Jahrgangs bilden ein Jahrgangsteam. Diese begleiten die Schüler von Klasse 5 - 10. Die Beratungslehrer der Sekundarstufe II (gymnasiale Oberstufe) bilden das Oberstufenteam. Diese sind für die Schüler von Klasse 11-13 zuständig.
  • Jahrgangsteams bilden kleine Subsysteme im Gesamtsystem Schule, die ein möglichst hohes Maß an Mitwirkungs- und Gestaltungsmöglichkeiten ermöglichen.
  • Die Anzahl der im Team und auch in den einzelnen Klassen unterrichtenden Lehrer wird möglichst gering gehalten. Dies gibt zum einen den unteren Klassen personelle Orientierung, da nur wenige Bezugspersonen in der Klasse agieren. Zum anderen sind die Kommunikationswege für die eingesetzten Kollegen relativ kurz und überschaubar. Absprachen zu Lerninhalten, Informationen aktuellen Geschehnissen oder individuelle Schülerbefindlichkeiten können somit zeitnah ausgetauscht und somit im Unterrichtsgeschehen berücksichtigt werden.
  • In der Werner-von-Siemens-Gesamtschule Königsborn werden die Klassen 5 – 7 in einem separaten Gebäude unterrichtet. Hier haben die in der Regel vier Klassen eines Jahrgangs einen eigenen Flur, der außerdem eine eigene Toilettenanlage und das Team-Lehrerzimmer beherbergt. Die Lehrer schätzen es, bei „ihren“ Klassen sein zu können und profitieren von den „kurzen Wegen.
  • Kollegen, die keine Klassenlehrer sind, ordnen sich individuell (meist in Abhängigkeit vom Unterrichtseinsatz in den Jahrgängen) einem Team zu.
  • Die im Team eingesetzten Kollegen können sicher sein, dass sie im Prinzip über mehrere Jahre im Team bleiben und mit den Klassen mitwachsen. Für Kollegen und Schüler gibt dies eine gewisse prozesshafte Planbarkeit und Sicherheit. Weiterhin bewirkt diese Beständigkeit, dass gruppendynamische Prozesse langfristig angelegt (z.B. in Bereichen des Sozialen Lernens, der Prävention, …) und Konflikte langfristig selbstwirksam bearbeitet werden können.

 

Aufgaben unserer Teams:

Teams sollen in weitgehender pädagogischer und organisatorischer Autonomie agieren. Eine zentrale, begleitende Funktion nimmt dabei die Abteilungsleitung ein.

Die Teams:

  • klären inhaltliche, methodische und organisatorische Strategien zum Sozialen Lernen (vor allem in den unteren Jahrgängen)
  • führen die Klassenarbeitsplanung durch
  • beraten die jahrgangsbezogene Unterrichtsverteilung und kommunizieren Planungen und Wünsche an den OL
  • suchen Lösungen bei langfristigem Vertretungsbedarf und kommunizieren dies an den Organisationsleiter (stellvertr. Schulleiter).
  • besprechen und koordinieren Projektplanungen u.ä. (z.B. fächerübergreifende Projekte, Projektwoche, bedarfsgerechte Module im Bereich der Ergänzungsstunden, Klassenfahrten, Ausflüge, ...)
  • regeln Vorfälle und Konflikte im eigenen Jahrgang – bei intensiveren Vorfällen in Kooperation mit dem AL
  • beraten Beratungskonferenzen und bereiten darin anstehende Differenzierungsmaßnahmen vor

 

Kommunikationsstrukturen:

 Die Teams wählen einen Teamsprecher, der die Anliegen des Teams bilateral vertritt. Einmal in der Woche treffen sich die Teamsprecher mit allen Mitgliedern der Schulleitung (SL) in einer im Stundenplan verankerten Stunde (ESL-Runde) und besprechen, koordinieren die aktuellen Anliegen, Vorgehensweisen und Vorgaben und sorgen so für einen geregelten Informationsfluss (vertikaler Austausch). Der Teamsprecher hat darin die Aufgabe, Themen, Nachfragen und Anliegen des Teams vorzutragen und Ergebnisse der Sitzungen zurück zu koppeln. Auch Meinungsbilder und Teamabfragen können so relativ leicht und kurzfristig erhoben werden.

 Eine besondere Funktion nimmt die ESL-Runde bei der Planung der Lehrerkonferenzen (LK) ein. Im Vorfeld der LK bringen die SL-Mitglieder eine LK-Tagesordnung und anstehende Beschlussvorlagen ein, die dort beraten, ergänzt und ggf. modifiziert wird. Somit wird gewährleistet, dass alle wichtigen Themen berücksichtigt und jeder Einfluss auf die thematische und auch methodische Ausgestaltung der Konferenz nehmen kann.

 Der Austausch innerhalb des Teams (horizontaler Austausch) findet zum einen tagtäglich statt, aber vor allem auch in regelmäßig stattfindenden Teamsitzungen. Diese sind von Beginn des Schuljahres im Jahreskalender verankert und finden an Konferenz-Dienstagen statt. Besondere Bedeutung haben die Teamsitzungen, wenn es im Vorfeld der Beratungskonferenzen darum geht, Lerngruppen, Wahlpflichtwahlen und/oder Differenzierungsmaßnahmen vorzuplanen und daraus resultierend Maßnahmen der individuellen Förderung abzuleiten.

Eine ebenso wichtige Bedeutung hat der Team-Tag, der im Vorfeld des Schuljahres durchgeführt wird. Hier geben die jahrgangshöheren Teams Informationen, Unterrichtsmaterialien, Vertretungsmaterialien, … an das nun nachrückende, jahrgangstiefere Team weiter. Somit wird gewährleistet, dass nicht jedes Team isoliert und autark handelt und plant, sondern eine gewisse Transparenz und auch Arbeitserleichterung gegeben ist.

 

Eine Teamschule bedarf auch teamfähiger Menschen!

Voraussetzung 1: Die Struktur einer Teamschule umzusetzen gelingt nur, wenn die Schulleitung selbst im Team agiert!

Voraussetzung 2: Die Mitverantwortlichkeit bei der Gestaltung des Schulalltags wird von allen Kollegen angenommen und als Chance erkannt. Die Struktur einer Teamschule umzusetzen gelingt nicht, wenn die Kollegen der Meinung sind, das die oben skizzierten Bereiche eigentlich Sache der Schulleitung sind.

Voraussetzung 3: Ein Team ist keine „kleine Schulen innerhalb der großen Schule“. Schul- und Lehrekonferenzbeschlüssen haben eine besondere, für alle bindenden Funktion, da sie gemeinsamen Grundsätze in der Werteorientierung, in der Gestaltung der Schulentwicklungsprozesse u.ä. festlegen.

 

 

 

*Die Verwendung der maskulinen Form intendiert beide Geschlechter und wird synonym verwendet.